Viele Kieler wollen helfen – wir brauchen mehr Raum

9 Okt

logoAm kommenden Freitag findet ein Treffen im Rathaus statt, bei dem die ehrenamtlichen Hilfen, und die Verteilung von Sachspenden für Flüchtlinge in Kiel, organisiert und koordiniert werden soll.

Wir alle, die helfen wollen, arbeiten mit dem Ziel, dass sich die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen und dass in Kiel eine Willkommenskultur entsteht, die diesen Namen wirklich verdient.
Ein Gesamtkonzept seitens der Stadt Kiel zur Flüchtlingsproblematik gibt es nicht, also versuchen wir gemeinsam, alles was die Situation erfordert, auf die Beine gestellt zu bekommen.

Dafür bietet das MFG5 Gelände einzigartige Möglichkeiten, die es in anderen Flüchtlingsunterkünften in Kiel, in dieser Form nicht gibt.
Und bevor die freistehenden Gebäude auf dem Gelände zerfallen, die Flächen ungenutzt weiter brach liegen, sollten wir sie nutzen, um eine menschwürdige Unterbringung und ein gut funktionierendes Netz der Weiterbetreuung aufzubauen.

Dabei muss ein Ziel sein, die Stadtteile Pries/Friedrichsort und Holtenau einzubinden und die entstehenden Aufgaben auf viele Schultern zu verteilen. Und jede Einrichtung die sich kümmert, wie Schulen, Sportvereine, KiTas, etc., darf nicht allein gelassen und nur als Alibi benutzt werden.

Es müssen die umliegenden Schulen unterstützt werden, wenn sie Flüchtlinge betreuen, jede Schule braucht als erstes einen Integrations-Trainer zur Seite gestellt.
Die Jugendtreffs/Mädchentreffs der Stadtteile können in gemeinsame Unternehmungen eingebunden werden, Sportvereine ebenso, so dass wir am Ende alle von einander profitieren.

Um den Flüchtlinge, die sich beschäftigen können und wollen – sie dürfen ja nicht arbeiten – sinnvolle Angebote zu schaffen, brauchen wir mehr Fläche und Raum auf dem MFG5 Gelände.
So können wir in kurzer Zeit
– einen interkulturellen Garten
– einen Handarbeitsraum mit Nähmaschinen
– eine Werkstatt für Fahrräder u.a.
– Kochmöglichkeiten für interkulturelles kochen
– Musikproberäume
– Medienraum
– eine Kleiderkammer, die in Eigenregie von den Flüchtlingen für alle Kieler Flüchtlingen
geführt wird
– Bewegungs- und Spielflächen Indoor für die Kinder und Jugendliche
realisieren.

Weiter muss unbedingt dafür gesorgt werden, dass das Projekt vom ZBBS Flüchtlinge zu sogenannten „Flüchtlingslotsen“ auszubilden, unterstützt und erweitert wird.

Zur Zeit sind alle Stellen, die mit der Flüchtlingsarbeit betraut sind völlig überlastet.
Es fehlt, neben Geldern, in erster Linie fähiges Personal.
Die bisherigen Programme des Landes tragen zu keinerlei Entlastung bei, sondern laden die Last allein bei den ohnehin schon lange überforderten MitarbeiterInnen ab.

Bei den übernommenen Vormundschaften für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge bedeutet das in Zahlen, dass der Mitarbeiter im Amt nun statt 50 Personen, jetzt 80-90 Personen betreuen soll und das, ohne die Sprache seiner Schutzbefohlenen zu verstehen.
Die sogenannten „DAZ“ Kurse (Deutsch als Zweitsprache) haben schon lange ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Besonders katastrophal ist die Situation für die 15-18 jährigen Flüchtlinge. Allein in Gaarden warten schon heute über 50 Personen auf einen Platz zum Deutsch lernen.
Hier werden Potentiale für die Zukunft verschenkt.

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