Archiv | Mai, 2015

Let’s meet Eritrea

31 Mai

Unter dem Motto “DAERO – Let’s meet Eritrea” lud die ZBBS e.V.
(Zentrale Bildungs- und Beratungsstelle für MigrantInnen) am Samstag, dem 30. Mai um 19 Uhr, ins Kulturzentrum hansa 48 zur dritten Veranstaltung der Reihe, “Bühne frei für Geflüchtete” ein.

Nach den Länderthemenabenden zu Syrien und Irak war nun Eritrea an der Reihe.
Der Abend wurde von jungen Asylsuchenden aus Eritrea gestaltet, die ihr
Land mit einem Theaterstück, einem Film, landestypischer Musik und sehr
leckeren Speisen vorstellten.

Wie schon bei den anderen Länderabenden fiel einem bei den
Darstellungen immer wieder angenehm auf, mit wie viel Liebe und Achtung das
jeweilige Heimatland präsentiert wird.
Die Sehnsucht der Geflüchteten nach ihrem Herkunftsland, nach der eigenen
Kultur und der Familientradition spürte man gestern Abend bis in die letzte Sitzreihe und
ließ anwesende Deutsche nach ähnlichen Schätzen in seinem eigenen Land suchen.
Frau Idun Hübner von der ZBBS moderierte wie gewohnt mit Herz und
Empathie durch den Abend.
Die Veranstaltung war, wie schon die vorangegangenen beiden Länderabende, sehr gut besucht.

Eritrea ist ein kleines Land, welches mit seiner Vielfalt überrascht.
Es ist der jüngste Staat des afrikanischen Kontinents, blickt aber auf eine lange
Geschichte zurück. Es ist ein Land der drastischen
Kontraste und reich an Traditionen.
9 verschiedene Ethnien leben dort zusammen; man spricht hauptsächlich
Tigrinya und Arabisch, aber viele können auch Englisch.
Das Land ist mit abgelegenen und natürlichen tropischen Stränden,
grünen, fruchtbaren Ebenen und Hügeln und schönen Gebirgsstrecken gesegnet.

Warum sich die Menschen von dort dennoch auf den Weg nach Europa machen,
wurde in einem selbstverfassten Dialog eines Geflüchteten, der auf der
Bühne vorgelesen wurde, klar.
Das Theaterstück gab einen Einblick, welche traditionellen Strukturen in
Dörfern gelebt werden. Auch familiäre Probleme werden mit dem Dorfrat
gelöst.

Für die Politiker hier im Lande:
In einigen Gegenden tagt der “Ortsbeirat/Dorfrat” solange mit allen Betroffenen eines Problems, bis es zu einer einvernehmlichen Lösung kommt. So eine Sitzung, durchgeführt unter einem Baum, kann dann schon mal einige Tage
in Anspruch nehmen, bis alle zufrieden nach Hause gehen.
Übrigens sind Plastiktüten in Eritrea schon seit ewigen Zeiten verboten.

Auf die Durchsetzung so eines Verbotes wartet man hier bei uns schon seit Jahren.
Vielleicht sollte zum Plastiktütenverbot in Deutschland mal ein Baummeeting stattfinden…?

7:3 !

23 Mai

Am Freitagnachmittag fand ein Fußballspiel zwischen dem Team Schusterkrug und dem Team Friedrichsort statt.
beidemannschaften                                                                                                                                      foto: samir

Anstoß war um 17 Uhr.
Die Bewohner vom Schusterkrug konnten, ausgestattet mit Trikots von dem
 Fachgeschäft für Sportbekleidung und Vereinsbedarf Teamsport Friedrichsortgesponsert von den Stadtwerken Kiel, perfekt ausgestattet in blau/weiss auflaufen.

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torbild                                                                                                              fotos: christian kulmann

Den Rest der Ausstattung übernahm der Sportverein Friedrichsort, ebenso stellte der Verein die Schiedsrichter.
Harald Schuffenhauer gab den 1. Schiri und er war auch derjenige, der sich im Vorfeld sehr engagiert darum gekümmert hat, dass dieses Spiel stattfinden konnte.

Das Wetter spielte dann auch wie bestellt mit und bei herrlichem Sonnenschein konnten wir ein Tor nach dem anderen bewundern.

Und da sich unser Team nicht einmal im Rückstand befand, konnte man als professioneller Sofafußballbundestrainer entspannt ein faires Spiel genießen, und seine Pommes dazu. 🙂
Auf der Spielfläche befanden sich mindestens 8 Nationen, die uns einen schönen Nachmittag schenkten.

Vielen Dank an alle die daran mitgewirkt haben!
katjaamstrahlen
gruppenbild so sehn sieger aus
fotos:samir

Autogrammwünsche leiten wir gerne weiter…Schalalalalaaa

DAERO – Let’s meet Eritrea

18 Mai

Unter dem Motto „DAERO – Let’s meet Eritrea” lädt die ZBBS e.V. am
Samstag, dem 30. Mai, um 19 Uhr ins Kulturzentrum hansa 48
zur dritten Veranstaltung der Reihe „Bühne frei für Geflüchtete“ ein.
Den Abend werden junge Asylsuchende aus Eritrea gestalten.
Neben Theater, Film, Musik und einer Präsentation werden auch Speisen angeboten.

Eintritt: 5€/2€
VVK: Café Lunatique (Ziegelteiche 10, Kiel) 9.00 bis 19.00
Hansa48 Kneipe Di. bis Sa. ab 19.00

Wie geht es jetzt weiter ?

9 Mai

Nachdem die vorrangigen Anliegen der Geflüchteten so gut wie abgearbeitet sind, wie z.B. die Anmeldungen im Rathaus, die Kontoeröffnungen, die Einstufungen für die Deutschkurse, treffen wir uns derzeit in kleinen Gruppen, um konkret mit unseren geplanten Projekten zu starten.

Damit wir mit dem Nähkurs, der Holzwerkstatt, den Musikgruppen, dem Willkommensdinner, dem Sport für Frauen, usw.usw., beginnen können, müssen einige Vorkehrungen getroffen werden.
So müssen Raumterminabfragungen erfolgen, Aushänge zu den Projekten übersetzt werden, Listen angefertigt werden, Bewohnergruppen zusammengestellt und Mobilitätsprobleme gelöst werden.
Vieles davon ist schon angelaufen und wir hoffen auf einen baldigen Start.

Anfang Juli werden voraussichtlich die nächsten beiden Gebäude im Schusterkrug eröffnet und belegt, so dass sich die Zahl der Geflüchteten im Schusterkrug auf 300 erhöhen wird.

Erfreulicherweise stehen für die Kinder und Jugendlichen ab Juli vier Sozialpädagogen zur Verfügung, die sich ausschließlich um deren Bedürfnisse kümmern werden.
Diese Betreuungsweise sichert eine schnelle und gute Integration der Schutzbedürftigsten.

Ich habe gerade noch eine sehr geniale Idee gefunden und sie gleich an entsprechende Stellen weitergeleitet, vielleicht kann man ähnliches in Kiel realisieren.
Es ist eine Online-Universität für Flüchtlinge und Papierlose. An der Online-Uni „Wings University“ sollen sie ihr Studium fortsetzen und einen international anerkannten Abschluss machen können. Es gibt keine Gebühren und unter den Professoren sind sogar welche von der bekannten Harvard-Universität.

Den ganzen Artikel dazu hier klicken

Flüchtlingspakt „Willkommen in Schleswig-Holstein“

7 Mai

Am 6. Mai kamen zur ersten Flüchtlingskonferenz in Schleswig-Holstein mehr als 500 Teilnehmer in der Halle 400 in Kiel zusammen.

“Willkommen in Schleswig-Holstein! Integration vom ersten Tag an” – die Überschrift der Veranstaltung lässt auf richtige Schritte in der Zukunft hoffen.

Die Regierung hat mit Verbänden, Kreisen, Gemeinden, Städten, Wirtschaft, mit Wohnungsunternehmen und Hochschulen einen “Flüchtlingspakt” ausgearbeitet und das schriftliche Ergebnis dazu präsentiert.
Eine zentrale Formulierung des Paktes lautet “…aus Sie wird Wir“. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden zahlreiche Maßnahmen von den aufgeführten Beteiligten zusammengetragen, die zum Gelingen echter Integration führen können.

Co-moderiert wurde die Veranstaltung von dem Geflüchteten
Al-Ayham Mahfoud. Sein Auftritt vor so viel Publikum war souverän und unglaublich professionell. Al-Ayham ist einer von den Überfliegerdeutschschülern der ZBBS e.V. (Zentrale Bildungs- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten).
Er hat in nur 13 Monaten so perfekt Deutsch gelernt, dass er völlig tiefenentspannt die ganze Veranstaltung sicher durchmoderieren konnte.
Beeindruckend!

Für die dringend benötigten Sprachkurse in den Erstaufnahmestellen werden, laut Ankündigung, in Neumünster, Boostedt und ab Herbst in Kiel, Lübeck und Flensburg, zwei Millionen Euro Startkosten zur Verfügung gestellt.

Sorgenkind in dem ganzen vorgestellten Flüchtlingspaktpaket bleibt weiter das Handlungsfeld Gesundheit.
Selbst wenn jetzt die Gesundheitskarte kommt, die eigentlich schon für März angekündigt war, entfällt zwar die bürokratische Hürde vor dem Erstbesuch beim Hausarzt, in der medizinischen Versorgung ändert sich aber nichts. Geflüchtete haben weiterhin nur bei akuten Erkrankungen und im Schmerzfall Anspruch auf medizinische Hilfe.
So kommt es z.B. dazu, dass ein 30 jähriger Flüchtling nur Brei essen kann, da die Zahnbehandlung um wieder kauen zu können, leider nicht dazugehört.
Lediglich die vergammelten Stumpen der ehemaligen Zähne, die durch jahrelange Flucht unbehandelt blieben, dürfen gezogen werden.
Die Forderung nach Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle Menschen wird mit der Gesundheitskarte immer noch nicht erfüllt.

Die unschöne Realität, nach so viel schöner Theorie in der Hallo 400, hat einen dann auch schneller wieder eingeholt als gedacht.
Auf dem Rückweg von der Veranstaltung erreichte mich der Anruf, dass ein Flüchtling, der von uns betreut wird, seine dringend benötigte Physiotherapie nicht bezahlt bekommt. Die bereits geleisteten Therapiestunden werden ihm in Rechnung gestellt. Die Kosten soll er jetzt in Raten zurückzahlen, so wurde es angeordnet.
Denn ein Fehler im System wurde begangen: er hätte nicht nur das erste, sondern auch die beiden Folgerezepte abstempeln lassen müssen. Weiterlesen

Festival am kleinen Strand 2015

6 Mai

                  Refugees welcome!

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Dieses Jahr verbergen sich hinter dem Festival am kleinen Strand gleich zwei „Dinge“.
Am Samstag 29.8.gibt es wie gewohnt ein Festival mit großer Bühne am kleinen Strand in Friedrichsort/Kiel.
Zum 4. Mal gehen wir mit Musik und politischem Anliegen im Gepäck an Land.
Gegen Nazis, gegen rechte Gesinnung, gegen menschenverachtendes Verhalten in jeder Form.
Für ein gemeinschaftliches Leben mit allen Menschen, für Respekt und für ein lautes „Refugees welcome!“
Bands werden an den Start gehen, die diese Aussagen unterstützen und Lust haben auf einem Festival zu spielen, die diese Message verbreiten will.

Am 2. Tag….dem Sonntag 30.8.… wird es mit Unterstützung vieler Menschen aus Friedrichsort auf dem MFG5 Gelände (Fluglinie 4 Min. vom kleinen Strand entfernt) ein Fest geben. Der Ort ist gewählt, da auf dem Gelände seit April Geflüchtete in einer Sammelunterkunft leben.
Wir wollen zusammen mit ihnen dieses Fest feiern.
Es wird Essen geben, Musik, Aktionen für Kinder und Jugendliche, Infoständen von Initiativen und Organisationen, Gespräch und –so hoffen wir- Tanz. Weiterlesen

Deutschkurse

5 Mai

Am 29.4. traf sich die „Deutschgruppe“, um die zukünftigen Kurse einzuteilen, festzulegen und um die Materialfragen zu klären.

Zusammen mit dem Unterstützerkreis „Gemeinschaft mit Flüchtlingen“ , Kath. Pfarrei Franz von Assisi, Gemeinde St. Heinrich, Feldstr. 172, 24105 Kiel, werden kommende Woche die ersten Deutschkurse angeboten.
Frau Dold und Frau Wackerhagen werden die Geflüchteten weiter einstufen und einteilen, bis alle die lernen wollen, ihren Platz gefunden haben.

Wir sind alle sehr gespannt wie unser Vorhaben anlaufen wird.

Es ist sehr schön, dass sich soviele Menschen zusammengefunden haben um sich der Herausforderung zu stellen.