Archiv | Oktober, 2015

Viele Kuschelkissen im Schusterkrug

29 Okt

Im Februar 2010 hat Frau Nora Andersen die Herzkissen-Aktion in Kiel gestartet.
Eine tolle Sache, wie die vielen Frauen und Männer beweisen, die mit Feuereifer dabei sind.
Denn seit 2010 haben mehr als 300 Frauen in der Herzkissen-Aktion Kiel mitgewirkt und neben vielen anderen nützlichen Sachen bisher ca. 12.000 Herzkissen sowie ca. 7.000 Kuschelkissen und Kuscheltiere genäht und gespendet.

Und seit heute kommen nochmal über 100 Kuschelkissen dazu die den Kindern im Schusterkrug übergeben wurden.
Kuschelig und mit schönen Motiven, die neuen Besitzer freuen sich alle sehr über die schönen Kissen und werden heute Nacht sicher besonders gut schlafen…
Herzlichen Dank!

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„Warum ausgerechnet die Afghanen nach Hause schicken?“

29 Okt

Deutschland plant, afghanische Flüchtlinge in ihre Heimat zurückzuschicken.
Das stößt auf heftige Kritik bei Afghanistan-Experten wie dem Entwicklungshelfer Reinhard Erös. Die Situation im Land sei heute weitaus schlimmer als während der NATO-Einsätze.
„Ich weiß nur eins, in Afghanistan kamen in den letzten Monaten mehr Zivilisten ums Leben als in den vergangenen 14 Jahren. In Afghanistan kamen doppelt so viel Polizisten in den letzten Monaten seit Jahresbeginn ums Leben als alle 14 Jahre vorher. Das heißt, die Sicherheitslage in Afghanistan im Jahr 2015 ist schlimmer als in all den Jahren, in denen die NATO – also ISAF, die Bundeswehr ist auch dabei – dort tätig war und für Sicherheit sorgen sollte. Und ausgerechnet jetzt entscheidet man in Deutschland de facto zumindest, das Land scheint doch nicht so unsicher zu sein…“
Quelle: Deutschlandradio Kultur

Die ZBBS präsentiert das Projekt „Bühne frei für Geflüchtete! – Afghanistan sucht Frieden“
Monatlich stellen Menschen aus unterschiedlichen Ländern zu einem bestimmten Termin die Kultur ihres Herkunftslandes vor. Dazu können Musikgruppen spielen, Lesungen stattfinden, Tanzvorführungen oder Theaterabende gestaltet oder Filme gezeigt werden usw. Nach den Veranstaltungen zu Syrien, Iran, Eritrea und Somalia präsentiert sich nun Afghanistan.
6.November, Hansa48, 19 Uhr

Viele, viele Lehrer gesucht!

28 Okt

Auch die Sprachkurse wachsen und daher brauchen die ehrenamtlichen Deutschlehrer Unterstützung!

Herr Sell könnte gut noch einen ehrenamtlichen Organisator, Koordinator für die Gruppen- Organisation, Lehrer Anwerbung und Räumlichkeiten- Organisation brauchen.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Herrn Sell und seine Gemeinschaft für die unglaublich gute Arbeit die bisher geleistet wurde.

Bitte melden sie sich: sbsievert@aol.com
Auch wenn sie bisher keine Erfahrung im unterrichten haben, das Netzwerk unterstützt sie bei ihren ersten Schritten und hilft bei allen auftretenden Fragen und Problemen.

Vergrößerungen…

27 Okt

Als wir anfingen dachten wir, wir kümmern uns um 300 Flüchtlinge, die im Schusterkrug untergebracht werden.

Nun ist die Lage so, dass keiner mehr sagen kann, wieviele Flüchtlinge noch nach Kiel kommen werden.
Die AWO und das DRK haben jetzt das Großprojekt am Schusterkrug übernommen und es werden immer mehr Gebäude auf dem Gelände für weitere Bewohner geöffnet.
Das Projekt wächst also von Tag zu Tag und schon lange kennt man nicht mehr alle Bewohner mit Namen, wir versuchen alle mitzuwachsen.

Besonders für die Mitarbeiter der Fahrradwerkstatt war und ist die neue Situation eine Herausforderung, die zeitweise nur noch schwer zu bewältigen war.
Hans-Jörg war von Beginn an der Fels in der Brandung, in der Werkstatt und in der Weitergabe, der nie aufgab, egal wie stürmisch es wurde. Und es ward teilweise sehr stürmisch, da der Ansturm auf die Fahrräder nicht einfach zu steuern war, die Raumnot erschwerte einiges.
Erfreulicherweise sind in den letzten Wochen etliche Helferinnen und Helfer zur Fahrradwerkstatt dazugekommen und alle packen tatkräftig mit an. Auch Christiane, Abholerin der ersten Stunde,  bekam endlich wohlverdiente Unterstützung.
Ohne die Mobilität, die durch die Vergabe von den Fahrräder erreicht wird, sähe es vor Ort ganz anders aus.
Danke an dieser Stelle noch mal an das Fahrradfachgeschäft VeloCenter in Kiel, die uns vom ersten Tag an unterstützen!

Und nun ist ein Werkstattcontainer fertig.

Den finanziellen Startschuss für den Fahrradwerkstattcontainer gab die Förde Sparkasse Kiel.
Es dauerte dann noch ein wenig, bis der Rest zusammengetragen wurde und ein Container gekauft werden konnte.
Und dann kam eines zum anderen: der Container wurde renoviert und saniert, die Fläche davor mit Hilfe von vielen Flüchtlingen ausgekoffert, das Fundament ausgegossen, Pfostenanker gesetzt, ein Carportdach gebaut, usw. usw.
Eine Meisterleistung an Gemeinschaftsarbeit!

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Presseerklärung Pro Asyl

26 Okt

PRO ASYL kritisiert Ausgrenzung und Integrationsverweigerungsgesetz
Appell an den Bundesrat: Dieses Gesetz muss gestoppt werden!

PRO ASYL kritisiert das vom Bundestag verabschiedete „Asylbeschleunigungsgesetz“ als Integrationsverweigerungsgesetz. Zum Schaden unserer Gesellschaft werden die Weichen auf Abwehr und Ausgrenzung gestellt. Die Kasernierung von Flüchtlingen in Erstaufnahmeeinrichtungen bis zu sechs Monaten, die Ausdehnung des Arbeitsverbotes und die Ausweitung der Residenzpflicht werden die Unterbringungsproblematik verschärfen und Integration verhindern.

Der Bundestag hat ebenfalls eine Änderung des Asylbewerberleistungsgesetzes beschlossen, nach der Flüchtlinge in den auf die Erstaufnahme folgenden Gemeinschaftsunterkünften nur noch Sachleistungen erhalten können. Ihnen soll das soziokulturelle Existenzminimum nicht als Bargeld ausgezahlt werden. Der Bundestag produziert mehr Bürokratie für die Ausländer- und Sozialbehörden, denn vom soziokulturellen Existenzminimum sind auch Telefonkosten, Lesestoff, Genussmittel etc. umfasst, für deren Verteilung die Behörden zuständig sein werden.

PRO ASYL kritisiert das Gesetzesvorhaben als Programm der Entwürdigung von Menschen und schließt sich der Ansicht des Deutschen Anwaltsvereins an, der von einem offenen Verfassungsbruch ausgeht. Insbesondere die Möglichkeit der Leistungseinschränkungen für Menschen, die ausreisen sollen, ist von der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts nicht gedeckt. Das Bundesverfassungsgericht hatte 2012 entschieden: „Auch eine kurze Aufenthaltsdauer oder Aufenthaltsperspektive in Deutschland rechtfertigt es im Übrigen nicht, den Anspruch auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums auf die Sicherung der physischen Existenz zu beschränken.“

Diesen Maßstab missachtend wurde in den Beratungen das Gesetz nochmals verschärft. Geduldete, denen man vorwirft, an ihrer Abschiebung nicht ausreichend mitgewirkt zu haben, sollen nun nicht einmal mehr das menschenwürdige Existenzminium erhalten. Es soll ihnen der Barbetrag („Taschengeld“) und selbst der Anspruch auf Bekleidung gestrichen werden.

Das Gesetzespaket darf nicht ohne eine angemessene öffentliche und parlamentarische Diskussion sang und klanglos verabschiedet werden. Obschon eine breite Mehrheit der zivilgesellschaftlichen Akteure von den Kirchen über die Wohlfahrtsverbände bis zu juristischen Vereinigungen und Menschenrechtsorganisationen das Gesetz ablehnt, haben sich die Bundesländer bisher in den Verhandlungen mit Kritik zurückgehalten, um finanzielle Mittel des Bundes zu erhalten. Aber jedes Asylrechtsgesetz, das vorrangig auf Abschreckung setzt und nur kurzfristige finanzielle Hilfen ermöglicht, wird scheitern.

PRO ASYL appelliert an den Bundesrat, diesem Gesetz in dieser Form die Zustimmung zu verweigern. Es greift eklatant in die Zuständigkeit der Bundesländer ein und will Bundesländern und lokalen Ausländerbehörden untersagen, Abschiebungen anzukündigen. Die Ausdehnung des Verbleibs in den Erstaufnahmeeinrichtungen wird Gewalteskalationen im Winter befördern, mit denen sich dann die Bundesländer und Kommunen auseinandersetzen müssen.

Die Anstalt vom 20.10.2015

24 Okt

Claus von Wagner:
„Liebe Aussengrenzer, liebe Ausgrenzer. Liebe Hetzer und Schwätzer, werte Wertgemeinschaft!
Macht euch bitte mal locker; selbst wenn wir alle Flüchtlinge, alle 60 Millionen Flüchtlinge weltweit, in Deutschland aufnehmen haben wir noch nicht die Bevölkerungsdichte von Holland.
Und niemand von uns stört sich daran, dass da die Bevölkerung dicht ist…“

Durchatmen

24 Okt

Theater Tilsit klein
In der aktuellen Situation ist es für uns alle so wichtig mal einige Stunden abschalten zu können, seine Seele baumeln lassen zu dürfen, gemeinsam zu lachen und in andere Welten entführt zu werden.
Gelegenheiten zum durchatmen gibt es grad nicht viele; umso dankbarer sind wir für den gestrigen Abend.
Am 23. Oktober spielte das Tilsit-Theater aus der russischen Partnerstadt Sovetsk im KulturForum ein wunderbares Theaterstück, fast ohne Worte.
Das Stück ist ein Teil des Kulturaustausches der Partnerstädte, den das Theater „Die Komödianten“ mit der Landeshauptstadt Kiel gemeinsam durchführt.

Die Bewohner vom Schusterkrug verfolgten begeistert die Mischung aus Theater, Zirkus, Pantomime und die liebevolle Darstellung berührte und bewegte alle Zuschauer.
Man mochte am Ende der Vorstellung nicht aufstehen.
Wir waren verwundert, dass es wirklich schon so spät war. Alle Bewohner waren glücklich dabei zu sein, einer von ihnen benutzte den treffenden Ausdruck für die Stunden im Kulturforum: „verzaubert“….:-)

Die erste Ferienwoche waren wir mit einigen Kindern und Jugendlichen im Musiculum am Wilhelmsplatz. Dort konnten die Kinder mit vielen Instrumenten experimentieren und vom Flüchtlingsalltag abschalten.
Es ist beeindruckend gewesen, wie der Musikpädagoge vor Ort uns, ohne die Möglichkeit der Kommunikation, durch die vielen Angebote dieser tollen Einrichtung geführt hat.
Es ist natürlich eine andere Art der Arbeit, Flüchtlingskinder aus unterschiedlichen Ländern, mit unterschiedlichen Sprachen musikalisch mitzunehmen.
Die Formen die dafür gefunden wurden, haben uns allen sehr gefallen. Und im Tonstudio konnten wir einen schönen Song aufnehmen, der bald hier zum hören eingestellt wird.

Es gibt immer noch, immer mehr Menschen, die mit Händen und Füßen bereit sind, sich auf diese Herausforderung der „sprachlosen Integration“ einzulassen.
Die Angebote von Ehrenamtlichen, die in den Schusterkrug gebracht werden, sind vielfältig.
Mittlerweile kann man gar nicht mehr alle aufzählen.

Sehr schön war auch zum Erntedank der Sternenmarsch der Kirchen aus den umliegenden Gemeinden zum Schusterkrug, der mit einem gemeinsamen Essen endete.

Herr Lincke aus Kiel hat zu seinem 80. Geburtstag eine Spendenbox aufgestellt und auf Geschenke verzichtet. Über 1.000 Euro kamen auf diese Weise zusammen und der lang ersehnte Fernseher zum Fußballschauen konnte für den Gruppenraum angeschafft werden.
(Es blieb sogar noch ein Rest für die heissbegehrten Hackenporsche)

Sammelbüchse
Eine Kochfee aus Schilksee, stellt jede Woche ihre Küche zur Verfügung, geht mit den Bewohnern einkaufen, es wird zusammen gekocht und anschließend zusammen gut gegessen.

Viele Ehrenamtliche organisieren Abwechslung und fördern somit das erlernen der deutschen Sprache.
Ob beim skaten, musizieren, kochen, Sporttreiben und in den Deutschkursen:
wir wachsen zusammen.

Pegida

9 Okt