Demokratiekonferenz in der Pumpe und ein Taxifahrer auf Abwegen

13 Dez

Am 12.12.2015 fand erstmalig in der Pumpe eine Podiumsdiskussion mit
unabhängigen ehrenamtlichen Vereinen und Institutionen statt.
Geladen waren: Freundeskreis Asyl aus Altenholz, Initiative Willkommen
in Elmschenhagen, WillkommensInitiative Friedrichsort,
Kiel-hilft-Flüchtlingen, Nara – Netzwerk antirassistische Arbeit
Kiel, Kulturgrenzenlos Kiel und die Lotsen von der ZBBS e.V.

Erörtert wurden Fragen zu der Motivation, ehrenamtlich zu arbeiten, zu der aktuellen großen Bereitschaft und zu den Grenzen der ehrenamtlichen Tätigkeit.

Die Pumpe sponserte die Getränke, plus das anschließende Büffet und ab
21 Uhr konnte getanzt werden, was das Zeug hielt.:-)

Die ZBBS und „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ luden ein und planen weitere Veranstaltungen dieser Art. Der Austausch war bereichernd und sehr interessant für alle.

Nach der Veranstaltung, zu fortgeschrittener Stunde, es fuhr leider kein Bus mehr, hielt ich ein Taxi an, um mich mit vier Bewohnern aus dem Schusterkrug auf den Heimweg zu machen.
Was dann folgte, war eine Farce, wie ich sie seit dem Beginn meiner Arbeit noch nie erlebte. Auf der Veranstaltung konnte ich die Frage verneinen, Angriffe gegen meinen Verein und mich erlebt zu haben, so wie viele Aktive, die anwesend waren, dies auch verneinen konnten.

Nachdem wir das Taxi angehalten hatten und eingestiegen waren und als erstes Fahrziel den Schusterkrug nannten, fiel dem Fahrer nach zwei Kilometern plötzlich ein, dass er für fünf Personen einen Aufschlag von 7 Euro erhalten wollte. Davon hatte ich noch nie gehört und fragte höflich nach, seit wann es so eine Bestimmung gebe.

Ich fasse die darauf folgende Beschimpfungstirade zusammen:
Die Flüchtlinge sind alles Terroristen, die nach Hause gehen und lieber für ihr Land kämpfen sollen und wenn sie keine Waffen dafür haben, eben mit den bloßen Händen. Am schlimmsten sei es, dass es hier in Deutschland so viele Arschlöcher gebe, die sich noch um die kümmerten und auf die Lügen hereinfielen.
Ich wies ihn daraufhin, dass ich eines von den „Arschlöchern“ sei, das stoppte seinen Monolog nicht, im Gegenteil. Dreckspack seien die Flüchtlinge, er hätte sich alles in seinem Leben selber erarbeiten
müssen, ihm hätte niemand etwas geschenkt und das seien alles Betrüger.
Die Flüchtlinge verstanden seine Worte nicht, schon aber seine Intention und sie waren besorgt, da ich nach der Station Schusterkrug alleine weiterfahren musste.
Auf der Fahrt nach Hause musste ich mir dann anhören, dass ich eine IS-Unterstützerin sei, eine gefährliche Terroristin, er überlege die Polizei zu rufen (was er leider nicht tat).
Seinen Namen wollte er mir nicht nennen, auch nicht seine Taxinummer, ich nahm mit dem Kennzeichen vorlieb. Daraufhin nannte er mir seinen Namen, aber das brachte ihn so in Rage, dass er fragte, wo ich wohne (ich fuhr nicht mit ihm bis vor meine Haustür), da ich aufpassen müsse, keinen
Ärger zu bekommen.

Wenn man von so einer Veranstaltung kommt und so einem Taxifahrer ausgeliefert ist und mit solchen Aussagen konfrontiert wird, hofft man auf die „versteckte Kamera“ im Taxi, leider war es bitterer Ernst.
Der Taxifahrer kam selber vor 22 Jahren aus dem Irak und bezeichnet sich als gut integriert.

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