Archiv | November, 2016

„Vom Töten leben“* in Deutschland

29 Nov

Seit über 200 Jahren lebt ein Ort vom töten. Groteskerweise begann die Produktion in einem Kloster…

Wie leben Menschen in einer Stadt, in der viele ihrer Bewohner seit Generationen Kriegswaffen herstellen? Dieser Frage geht Wolfgang Landgraeber in der schwäbischen Kleinstadt Oberndorf am Neckar nach, wo er vor dreißig Jahren – auf dem Höhepunkt der Friedensbewegung – den Dokumentarfilm „Fern vom Krieg“ gedreht hatte.
Was hat sich seitdem geändert? Er sucht BürgerInnen der Stadt, FriedensaktivistInnen und Gewerkschafter auf und versucht mit Beschäftigten des Rüstungskonzerns Heckler & Koch ins Gespräch zu kommen, wo die von Militär und Terroristen gleichermaßen geschätzten Sturmgewehre G3 und G36 hergestellt werden. Sein Film zeigt Kriegsschauplätze im Nahen Osten, in Afrika und auf dem Balkan. Dort wurde und wird noch immer mit Heckler & Koch-Waffen gekämpft.
* Quelle: WDR Vom töten leben Video

Advertisements

„Die Flüchtlingsrevolution“ Buchtipp *

26 Nov

Sie stehen immer und überall im schlechten Licht, und niemand will sie haben: Journalisten versuchen in einer Reportagensammlung, einen Kontrapunkt zur berüchtigten „Flüchtlingskrise“ zu setzen.
Es bedarf wohl eines weltumspannenden Netzwerks wie jenes der Weltreporter, das Thema Flüchtlinge aus dem nationalen Kontext zu lösen und fernab von Populismus einen globalen Blick auf Fluchtursachen und den politischen Umgang mit Flüchtlingen zu werfen. Mehr als zwei Dutzend Journalisten des „größten Netzwerks freier deutschsprachiger Autoren“ (Selbstbeschreibung) haben zum Band „Die Flüchtlingsrevolution“ beigetragen und mit ihren Reportagen eine so schillernde wie erschütternde Momentaufnahme der Schattenwelt der von Krieg, Gewalt und Armut Entwurzelten geschaffen.

„Wir leben nicht, wir warten.“
Die knappe Formel, mit der die pakistanische Englischlehrerin Fatima ihr Schicksal beschreibt, trifft auf die Mehrheit der weltweit 65 Millionen Menschen zu, die laut UNHCR auf der Flucht sind. Sie fliehen vor Krieg, Gewalt gegen Minderheiten, politischer Verfolgung, Armut, Hoffnungslosigkeit und stranden irgendwo, oft für Jahre, manchmal für immer. Fatima wartet seit vier Jahren in Cisarua, einem Dorf sechzig Kilometer südlich der indonesischen Hauptstadt Jakarta, darauf, dass sich eine Tür in die Zukunft öffnet.
Bereits Anfang 2015, also lange vor dem schicksalhaften September 2015, in dem Angela Merkel die Grenzen vorübergehend öffnete, gab es 800.000 Asylsuchende – nicht in Deutschland, sondern in Südafrika.
Das größte Flüchtlingslager der Welt liegt nicht in Griechenland oder der Türkei, sondern in Kenia.
Quelle: Frankfurter Allgemeine Feuilleton
*Marc Engelhardt (Hrsg.): „Die Flüchtlingsrevolution“. Wie die neue Völkerwanderung die ganze Welt verändert. Pantheon Verlag, München 2016. 351 S., br., 16,99 €.

Kalte Rechnung Afghanistan

26 Nov

Thomas de Maizière will, dass weniger Flüchtlinge aus Afghanistan nach Deutschland kommen. Interne Dokumente zeigen: Dafür setzt er auch das zuständige Bamf unter Druck.

Ginge es nach dem Grundgesetz und nach den internen Sicherheitseinschätzungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf), müssten die meisten Menschen, die aus Afghanistan nach Deutschland fliehen, hier bleiben dürfen. Doch es geht bei den Asylentscheidungen nicht nach den Buchstaben des Gesetzes. „Eigentlich geben uns das Grundgesetz und das Asylrecht vor, wer bleiben darf und wer nicht. Dass jetzt so viele Afghanen abgelehnt werden, ist politisch so gewollt.“ Das sagt ein langjähriger Mitarbeiter des Bamf, der in der Behörde an verschiedenen Stellen eingesetzt war und um seine Zukunft fürchtet, wenn bekannt wird, wie er heißt. Sein Vorwurf: Wider besseres Wissen werden Menschen in ein lebensgefährliches Land zurückgeschickt, weil die Bundesregierung es so fordert.
Ein Indiz hierfür liefert der jährliche Geschäftsbericht der Asylbehörde. Der weist für jedes Herkunftsland eine sogenannte Gesamtschutzquote aus. Nimmt man nur die offizielle Zahl, gibt es kaum einen Unterschied. Nach dieser bekamen im vergangenen Jahr 47,8 Prozent aller afghanischen Flüchtlinge einen Asylstatus und im ersten Halbjahr 2016 immerhin noch 44,6 Prozent.
…weiterlesen.
Quelle: Zeit Online

Update zu den Hochbeeten

21 Nov

Ein herzliches Dankeschön an Anja Chalmin für ihren Einsatz, die neben ihren Umzug noch Zeit fand, die Hochbeete zu bauen und herzurichten.

…Ich denke die Saison ist wunderbar gelaufen. Die Beete wurden – nach Bau und Bepflanzung – ausschliesslich von Flüchtlingsfamilien, v.a. aber von Kindern, gepflegt. Bis auf einen Wirsing, mit dem niemand etwas anfangen konnte (eine Spende vom Hof Kubitzberg), wurde alles abgeerntet und die Pflanzen wirklich liebevoll gegossen und gepflegt, z.B. hattte ich nie die Chance, mich mal um Sturmschäden zu kümmern – die Leute vor Ort waren immer schneller. Ich denke das Konzept, dass die Flüchtlingskinder entscheiden, was wachsen soll, ist voll aufgegangen. Noch vor wenigen Wochen wurden von den Kinden die letzten Samen in die Erde gesetzt (die dafür geeigneten Samen hatte ich dafür abgegeben, nachdem klar war, dass viele Kinder mit Gärtnern Erfahrung haben). Die Sorten (z.B. bei den Bohnen), waren natürlich unterschiedlich zu dem, was die Familien aus ihren Heimatländern kannten -hier habe ich auf die Sorten gesetzt, die mein Sohn und ich selber gerne mögen, i.d.R. alte, unempfindlich Sorten (z.B. lila Bohnen, die für viel Staunen gesorgt haben – sowohl farblich als auch geschmacklich :-).
Letzte Woche habe ich die Beete winterfertig gemacht – die mehrjährigen Stauden sind in den Beeten geblieben (Erdbeeren, einige Kräuter). Im Frühjahr müsste Erde nachgefüllt werden, dann kann es wieder losgehen. Auch hier hatte ich viele fleissige kleine Helfer, die spontan dazugekommen sind – und es war u.a. mal wieder schön zu sehen, dass die meisten mit den Deutschkenntnissen mittlerweile viel weiter sind!!

Nochmal ein herzliches Dankeschön für alle Unterstützung von deiner/eurer Seite und
herzliche Grüße,
Anja

Danke für die Unterstützung !

21 Nov

Der Fahrradwerkstatt der Willkommensinitiative Friedrichsort wurde von der Firma Vossloh Locomotives eine großzügige Spende übergeben.
Darüber haben wir uns sehr gefreut!
Die Fahrradwerkstatt sammelt über Spenden gebrauchte Fahrräder ein und richtet diese gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern und Flüchtlingen verkehrssicher her.Von der Spende werden für den Werkstatt-Container dringend benötigtes Werkzeug, Luftpumpen und Flickzeug beschafft, und damit weiter die Mobilität der Flüchtlinge unterstützt. Dankeschön!

Ein weiteres dickes Dankeschön geht an die ZBBS,
Zentrale Bildungs- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten e.V., die unsere Nähwerkstatt mit Industrienähmaschinen aufpeppt.
Und der Migrationsfond Kultur unterstützt unser Malprojekt mit Geflüchteten…:-)

So kann es gerne weitergehen!

Die unnötige Last

6 Nov

Quelle: Pro Asyl

Kaum eine politische Rede vergeht, ohne dass das Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe gelobt wird. Gleichzeitig wird eine Asylgesetzgebung und Behördenpraxis praktiziert, die die Unterstützung durch die Helfer*innen und das Ankommen für Flüchtlinge in Deutschland erschwert – oft sogar verhindert.

ÜBERBLICK
Asyl in Deutschland
Seit der großen Flüchtlingsbewegung im Sommer und Herbst 2015 haben sich in Städten und Kommunen unzählige Initiativen gebildet, die Flüchtlingen zur Seite stehen und versuchen, sie in allen Lebenslagen und Lebensphasen zu begleiten. Dort, wo Kommunen überlastet waren und Strukturen gefehlt haben oder der Staat versagt hat, sind Freiwillige eingesprungen – mit Erstversorgung oder Beratung, und das über Monate hinweg. Oft mündete ihr Engagement mangels hauptamtlichen Personals in harte, unbezahlte Vollzeitarbeit.
Die Politik lobte dieses Engagement, verschärft aber gleichzeitig Asylgesetze, die für Flüchtlinge, aber auch für ihre Helfer*innen folgenschwer sind: Der Wille der Flüchtlinge, Fuß zu fassen und die Integrationsbemühungen ihrer Unterstützer*innen werden durch integrationsverhindernde Gesetzespakete, unwillige oder auch unfähige Behörden und weiterhin zu wenig Unterstützung durch hauptamtliches Personal konterkariert.
weiterlesen….

Pro Asyl informiert

6 Nov

»Wo sind unsere europäischen Werte, wie Solidarität, Humanität und Würde in der »Flüchtlingskrise«?«
Ada Colau, Bürgermeisterin von Barcelona

Initiativen fordern: Holt Geflüchtete aus Griechenland und Italien in unsere Kommunen!

Die Zustände in den Camps in Griechenland und Italien sind katastrophal, die Asylverfahren dort laufen schleppend oder funktionieren gar nicht, gleiches gilt für die »EU-Relocation«. Initiativen aus verschiedenen Städten fordern jetzt, die Beschlüsse endlich umzusetzen und Flüchtlinge aus den Elendslagern in ihre Kommunen zu bringen.
Das mit großem Getöse im September 2015 von der EU beschlossene »Relocation«-Programm ist ein Trauerspiel: Nach mehr als einem Jahr sind erst 6.601 der geplanten 160.000 Flüchtlinge aus Griechenland und Italien in andere Staaten umverteilt worden – gerade mal 4 Prozent.
DER PLATZ IST DA, DER WILLE FEHLT!
Auch in Deutschland wollen viele dem Flüchtlingselend in Griechenland und Italien nicht mehr weiter tatenlos zusehen! Initiativen aus Osnabrück, Darmstadt, Marburg, Mannheim, Wolfsburg oder Heidelberg fordern die deutsche Bundesregierung auf, ihrer Zusage von 27.300 Relocation-Plätzen endlich nachzukommen.weiterlesen….
Quelle: Pro Asyl